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Scrum, einer für alle, alle für einen

Montag, Januar 4th, 2010

Scrum dient dazu traditionelle Arbeitsstrukturen aufzubrechen und Hierarchien abzuflachen. Hier liegt die Chance, aber auch die Herausforderung der agilen Softwareentwicklung. Wir sind keine Verwaltung. Wir sitzen nicht in unseren kleinen Büros, gießen die Zimmerpflanzen und googlen uns selbst. Wir können und wollen uns nicht hinter einem schützenden Vorgesetzten verstecken, wenn es brenzlich wird.

Scrum zeichnet sich dadurch aus, dass alle ihr Commitment geben. Jedes Teammitglied ist ebenso wie der ScrumMaster, der Product Owner und der Kunde für den Erfolg oder Misserfolg verantwortlich.

Der Product Owner kennt die Software und die Arbeitsweise des Programmierteams, er muss die Kundenwünsche und -bedürfnisse in eine Sprache übersetzen, die von Technikern verstanden wird. Er muss den Wunsch des Kunden so konkret wie möglich definieren, es ist jedoch nicht seine Aufgabe eine genaue Programmieranleitung zu liefern. Der Product Owner ist kein Programmier.

Das Team besitzt technisches Know-How. Es ist dafür verantwortlich, dass die Software in einer lauffähigen Version vorliegt. Es bringt die Kundenwünsche mit den technischen Möglichkeiten in Einklang. Das Team darf nicht für ungenau beschriebene Aufgaben verantwortlich gemacht werden. Das Team ist nicht zuständig für das Produktmanagement.

Doch Vorsicht: Scrum entbindet nicht vom selbstständigen Denken, im Gegenteil, es fordert dazu auf. Die Kommunikationswege sind kurz. Durch das tägliche Stand-Up kennen alle Beteiligten den Prozess und die Aufgaben des Einzelnen. Es steht jedem frei, Fragen zu stellen, Anregungen zu geben und Ideen einzubringen. Jeder kann und sollte das Team vor möglichen Fehlern warnen.

Der Product Owner leistet einen guten Job, wenn er auch die technischen Abläufe mit durchdenkt. Nach einer Weile hat er viele Restriktionen durchschaut und kann es vermeiden dem Kunden Features zu versprechen, deren Kosten und Nutzen in keinem Verhältnis stehen. Das Team zeichnet sich dadurch aus, technische Sackgassen frühzeitig zu erkennen, die Warnung offen auszusprechen und alternative Lösungen zu finden.

Die Prinzipien klingen einfach und innovativ. Schnell umzusetzen für ein junges Team? Nein, auch das Erlernen und der Umgang mit Scrum sind viel Arbeit. Die richtige Anwendung von Scrum braucht Zeit, Erfahrung und erfordert das Zusammenspiel des gesamten Unternehmens. Wir arbeiten jetzt seit einem Jahr mit Scrum, haben ein Projekt erfolgreich abgeschlossen und noch immer gibt es viele Ideen wie der Prozess verbessert werden kann.

erfolgreiche Geschäftsmodelle

Montag, August 31st, 2009

Nach einem Jahr Kombinat Softwareentwicklung liegt es nahe, Bilanz zu ziehen.

Welche Geschäftsmodelle wurden im Kombinat versucht – welche waren erfolgreich?

Projektgeschäft funktioniert. Sowohl bei der Akquisition von öffentlichen Fördermitteln als auch bei der Akquisition von Kundenaufträgen. Eines der Unternehmen im Kombinat hat damit die kritische Größe erreicht, die zum Überleben notwendig ist. Damit ist natürlich nicht das Überleben garantiert – aber es ist deutlich erkennbar, dass das Geschäftsmodell eine profitable Geschäftstätigkeit ermöglicht.

Lesson Learned #1: Projekte akquirieren und erfolgreich abwickeln kann man als Gründerteam durchaus erreichen.

Produktgeschäft ist schwierig. Jedenfalls, wenn man versucht, es aus eigener Kraft aufzubauen. Da reichen Projektfinanzierungen für 12 Monate nicht aus, um alle Teamprozesse und die Produktentwicklung bis zum Markteintritt mit einer relevanten Kundenanzahl umzusetzen.

Lesson Learned #2: Wenn Produktgeschäft, dann nur mit einem Vertriebspartner, der den Absatz der Produkte absichern kann und schon über eine eigene Reichweite verfügt.

Plattformbetrieb ist noch schwieriger. Ein gutes Portal oder einen attraktiven „Software as a Service“ (SaaS) zu starten bedeutet, durch die Entwicklung einer ersten Startplattform (Projektgeschäft) mindestens 3-4 Produkte zu haben, die im Markt nachgefragt werden. Allein dieses ist nur zu bewältigen, wenn man ein schlagkräftiges Technikteam und ein branchenerfahrenes Marketingteam hat, das sich auch noch mit den Erfolgsfaktoren des modernen www (wie zum Beispiel SEM, SEO, Affiliate Programme) auskennen muss, kombinieren kann. Und danach beginnt erst noch die Betriebsphase, die nicht nur unkreative Routine sondern auch hohe Kosten verursachen kann.

Lesson Learned #3: Keine Plattform ohne Branchenerfahrung starten.

Lesson Learned #4: Keine Plattform ohne Betriebserfahrung (oder den Zugriff darauf) oder wenigstens Erfahrungen aus dem Projektgeschäft entwickeln wollen. Die Komplexität ist für Unternehmensgründungen, so wie sie im Kombinat stattfinden, einfach zu hoch.

Übrigens: Diese einzelnen Erkenntnisse sind nicht nur jeweils einem Unternehmen im Kombinat zuzuordnen. Alle Unternehmen sind mit mehreren Geschäftsideen und -versuchen in diese Bilanz eingeflossen.

1 Jahr Kombinat

Donnerstag, Juli 9th, 2009

Wie die Zeit vergeht!

Vor einem Jahr war der Umzug zu vermelden. Einige Ausstattungsmerkmale sind noch immer nicht, wie sie eigentlich sein sollten. Zum Beispiel die Beleuchtung.

Fast alles hat sich bewährt:

Grillen macht noch immer Spaß und ist zu einem schönen Event geworden, bei dem sich zunehmend auch Externe einfinden. Interessenten, Unternehmer, Studenten, Nachbarn aber auch Kunden waren schon dabei. Unser Konzept des Tellers ist für Neulinge gewöhnungsbedürftig, wurde aber fast immer schnell erlernt.

Danke insbesondere an die Nachbarn, dass sie uns immer freundlich gesonnen blieben!

Auch die obligatorische gemeinsame sportliche Betätigung nach dem Grillen hat ihren festen Platz gefunden.

Zusätzlich hat sich eine nicht ganz so gemeinsame aber dafür reale sportliche Betätigung als gute Gewohnheit etabliert und einige Schweinehunde werden auf der Laufstrecke regelmässig bezwungen. Dank unserer Dusche können also Kreativitätsblockaden bei der Arbeit zwischendurch gelöst werden und man kann nach einem Arbeitstag auch körperlich zufrieden nach Hause kommen.

Auf den „Zauberkühlschrank“ muss dringend ein Patent angemeldet werden.

Die Nähe zur Hochschule ist optimal. Jedes andere Raumangebot, das ich vor einem Jahr in Erwägung gezogen habe, hätte nicht so gut funktioniert wie die Karl-Marx-Strasse 118. Für Studenten lohnt es sich, für einen Freiblock in’s Kombinat zu kommen. Die Mensa und die Bibliothek aber auch der Dönermann und der neue Eisladen sind wertvolle Infrastrukturen. Neue Praktikanten in spe kommen einfach mal vorbei. Die Nähe zum S-Bahnhof ist praktisch.

Die Größe der Räume ist genau richtig. Manchmal ist es eng, insbesondere zur „Praktikantensaison“, aber meistens passen der Zuschnitt und die Verteilung der Räume zwischen den Dauernutzern und den während der Woche nur blockweise anwesenden Nutzern gut zusammen.

In der wöchentlichen Kombinatsversammlung stellen sich neue Leute vor oder es werden interessante Kurzvorträge zu ganz verschiedenen Themen gehalten, so dass der Wissenstransfer ganz real stattfindet.

Wer als Unternehmer starten will oder als Kunde oder als Praktikant die Zusammenarbeit mit Unternehmern sucht, soll einfach in’s Kombinat kommen!

Damit sich die Leute treffen, die gemeinsam erfolgreich sind.

Ganz einfach.

Angrillen

Mittwoch, April 1st, 2009

Wetter sieht gut aus – am Freitag ist Angrillen im Kombinat.

Update: Wer nicht angemeldet ist, bitte etwas zu Grillen mitbringen – oder anmelden…

Wir sind 19

Sonntag, Dezember 21st, 2008

Armin, Babette, Cheng, Christian, Christopher, Christopher, Enrico, Felix, Franciska, Marcel, Marco, Martin, Marvin, Max, Moritz, Ralf, Sven, Sven, Tim – Wenn man einmal alle derzeit im oder für das Kombinat in irgendeiner Form Werktätigen zählt, kommt man auf beeindruckende 19 Leute.

Damit sind wir nicht nur ziemlich dicht an der Kapazitätsgrenze der Räume angekommen sondern auch so aufgestellt, dass für 2009 eine enorme Leistungsfähigkeit bereit steht und einige Ergebnisse aus den zahlreichen Aktivitäten und Projekten der drei Firmen zu erwarten sind.

In unserer letzten Kombinatsversammlung, die jede Woche freitags um 15:00 Uhr stattfindet, wurde klar, dass wir weiter gute Leute benötigen, um die Projekte abzuarbeiten.

Wer also programmieren kann… BITTE MELDEN!

Fachkenntnis und Prozesskenntnis

Samstag, November 8th, 2008

Sie haben eine Idee. Eine Vision. Ein Team.

Das Fachliche ist weitgehend vorhanden. Auch wenn sich die Idee verändern wird. Oder die Vision an der Realität und dem zunehmenden Kenntnisstand erwachsen wird. Und das Team sich verändert – bis hin zum Austausch von Teammitgliedern, die anfangs eine zentrale Rolle übernommen haben.

Aber wie funktioniert es, eine Idee zu verändern, eine Vision zu entwickeln, ein Team zu formen?

Hier sind Prozesse angesprochen, die man an keiner Schule lernen kann sondern nur in der Praxis.

Wie bei allem, das man zum ersten Mal macht, kann es schief gehen. Und auch: Wie alles im Leben kann man es lernen. Und die Übung macht den Meister.

Im Kombinat finden diese Prozesse regelmässig statt. Bei drei Unternehmen und den jeweils mehreren Projekten pro Unternehmen ist eigentlich immer gerade irgendeine (kleine oder größere) Krise aktuell.

Das Kombinat ist nun 4 Monate alt. Und ich bemerke an diesen Krisen, wie ähnlich Gründungen doch sind – jedenfalls in den Prozessen, die nicht das Fachliche betreffen. Aus meiner Perspektive (und Erfahrung aus anderen Gründungen, die ich aber eher seriell erlebt habe und damit diese offensichtliche Zwangsläufigkeit und Ähnlichkeit nicht so bemerkt habe) ist manches schon einmal dagewesen.

Das beruhigt – nicht nur mich sondern auch die Unternehmer und ihre Mitarbeiter.

Die Unternehmen im Kombinat

Mittwoch, August 20th, 2008

Das Schild ist da!

Nun kann man auch von draußen sehen, was drin ist. Die einzelnen Unternehmen werden hier allerdings nicht weiter vorgestellt – das können sie selbst. Siehe also auf den angebenen Websites.

Namensfindung – wer war eigentlich Karl Marx?

Mittwoch, Juli 9th, 2008

Das neue Büro ist (bis auf einige Erleuchtung bringende Elemente) eingerichtet.

Nun kann ich mich wieder den inhaltlichen Fragen widmen. Zum Beispiel der Frage, welches übergeordnete Kommunikationskonzept verwendet werden soll und wie man die Location bespielen könnte.

Karl Marx gibt jedenfalls eine Menge her (http://de.wikipedia.org/wiki/Karl_Marx):

Karl Heinrich Marx (* 5. Mai 1818 in Trier; † 14. März 1883 in London) war ein deutscher Philosoph, politischer Journalist sowie Kritiker der bürgerlichen Gesellschaft und der klassischen Nationalökonomie. Er strebte eine wissenschaftliche Analyse und Kritik des Kapitalismus an und gilt als einflussreichster Theoretiker des Sozialismus und Kommunismus. Seine Theorien werden bis heute kontrovers diskutiert.

Außerdem paßt sein Geburtsjahr zu unserer Adresse in der Karl-Marx-Strasse 118.

Als ich dann noch die Beschreibung des Kombinats gelesen habe, war alles klar (http://de.wikipedia.org/wiki/Kombinat):

Ein Kombinat war eine „konzernartige“, also horizontal und vertikal integrierte Gruppe von Volkseigenen Betrieben (VEB) mit ähnlichem Produktionsprofil innerhalb der Zentralverwaltungswirtschaft der DDR und anderer sozialistischer Länder. Vorläufer waren seit 1948 die Vereinigungen Volkseigener Betriebe (VVB). In mehreren Zentralisierungsschüben ab Ende der 1960er Jahre wurden die VVB-Strukturen in Kombinate überführt.

Im Kombinat waren Produktion, Forschung, Entwicklung und Absatz einer Branche zusammengeschlossen. Ihre Struktur sollte einer verstärkten Rationalisierung und einer verbesserten, zentralisierten Steuerung der Produktionsabläufe dienen. Geleitet wurde das Kombinat von einem Stammbetrieb aus, der meist der größte VEB im Kombinat war.

Genau das habe ich vor. Erschreckend, dass da schon mal jemand drauf gekommen ist!

Das „Kombinat Softwareentwicklung Wildau“ war geboren. Die räumliche Zusammenfassung von jungen Unternehmen, die in der Entwicklung und dem Betrieb von Softwarelösungen tätig sind.

Umzug erledigt

Samstag, Juli 5th, 2008

Danke an alle, die geholfen haben!

Wir haben eine Küche besorgt und eingebaut, ein Sofa für den Empfangsbereich abgeholt, eine wunderschöne hellblaue Sitzgruppe für das Besprechungszimmer gefunden, 10 Tische mit Stühlen und einigen Rollcontainern aus einer Büroauflösung abgeholt, 8 weitere Tische mit Stühlen und einigen Schränken und Rollcontainern aus Bernau geholt, Strom und DSL bekommen, usw. usw.

Warum in einem komplett neu renovierten Büro mit Cat6-Verkabelung keine einzige LAN-Dose angeklemmt war, werden wir noch herausbekommen!

Karl Marx, wir kommen!

Freitag, Juni 20th, 2008

Heute habe ich den Mietvertrag unterschrieben. Am ersten Juliwochenende ziehen wir um.