Posts Tagged ‘Gründer’

Nicht zu recyceln

Mittwoch, April 21st, 2010

Die elektronische Revolution produziert Neuentwicklungen in einem atemberaubenden Tempo. Mit einem Mobiltelefon welches ein Jahr alt ist, wird es kaum noch gelingen der Coolste in der Clique zu sein und ein vor drei Monaten gekauftes Notebook ist häufig schon für die Hälfte des Preises zu haben.

Man denke an die vielen in nächtelanger Kleinarbeit gebrannten CDs, die mühevoll beschrifteten Hüllen, die gedruckten Booklets. Heute führt der Preisverfall bei Festplatten dazu, dass sämtliche Musik und alle Filme wieder gerippt werden um jederzeit schnell und platzsparend zur Verfügung zu stehen.

Was bleibt ist Müll. Alte CDs, Rohlinge, Jewel Cases. Nur ein Wert, der wertlos geworden ist, weil die Digitalisierung eine völlig neue Wertschöpfung ermöglicht hat.

Auch die Produkte eines Unternehmens oder die Ideen für eine Gründung unterliegen einer solchen „Inflation“.

Ist die Geschäftidee erstmal da, heißt es schnell sein. Austesten, ob Bedarf besteht und der erste am Markt sein. Eine Geschäftsidee oder die Idee für eine Dienstleistung lassen sich nur schwer rechtlich schützen. Auch kann es passieren, dass mehrere Personen sehr ähnliche Ideen haben und fast zeitgleich mit deren Umsetzung beginnen.

Die eigene Idee selbst realisieren bedeutet, der Konkurrenz immer einen Schritt voraus zu sein. Bauen Sie eine Marke auf. Seien Sie auf der Hut bei der Wahl von Kapitalgebern und Geschäftspartnern. Geben Sie Ihre Idee nicht leichtfertig an Andere weiter. Lassen Sie sich nicht aus Ihrem eigenen Projekt ausbooten.

Elektronikschrott hat wenigstens die Chance recycelt zu werden, überholte oder geklaute Ideen nicht.

Lead, follow or …

Montag, November 23rd, 2009

get out of the way.

Dieser Satz wird (dem mir völlig unbekannten) Thomas Paine zugeschrieben. Ich habe ihn erstmals ca. 1992 bei meinem ersten Arbeitgeber ADL gehört. Er ist einfach und wahr.

Er bedeutet, dass man entweder die Führungsrolle oder die Mitläuferrolle wählen kann – oder, falls dieses nicht gelingt, Anderen nicht im Weg stehen sollte.

Wann kann man ihn anwenden?

Man sollte sich regelmässig fragen, mit welchen (der leider meist zu zahlreichen) eigenen Aktivitäten man eigentlich unglücklich oder unzufrieden ist. Für mich selbst gilt: Wenn ich die Führungsrolle nicht innehabe und auch die Mitläuferrolle nicht akzeptieren kann, werde ich unzufrieden. Dann sollte man die Bühne verlassen und Anderen aus dem Weg gehen. Genau das habe ich beruflich Mitte September 2009 getan.

Man kann diesen Satz aber auch anwenden, um Mitarbeiter oder Gründerkollegen einzuschätzen. Ist er oder sie fähig, „ein Thema zu ziehen“? Falls nicht: Ist er oder sie bereit, unter der Führung Anderer mitzuarbeiten? Wenn beides nicht erkennbar ist, sollte man sich von ihm bzw. von ihr trennen.

„Im Weg herumstehen“ wird erkennbar an einem Führungsanspruch, der dann doch nicht eingelöst wird oder an Zusagen einer Unterstützung, die dann doch nicht eingehalten werden.

Jedem jungen Mitarbeiter oder jedem Gründerkollegen sollte man die Zeit geben, sich zu bewähren. Wenn aber weder „lead“ noch „follow“ erkennbar wird, sollte dieser Satz besprochen werden.

Übrigens bedeutet der Satz nicht, dass jemand ausschließlich führen oder folgen sollte. Je nach Aktivität oder Rolle muss eine Person möglicherweise beides beherrschen. Nur eben nicht gleichzeitig.

Rekord-EXIST-Bewilligungs-Antragsteller

Samstag, Oktober 3rd, 2009

Ein neues EXIST Team startet seine Arbeit. Unter dem aufgehenden Stern mobiler Technologien macht „mobile melting“ multimediale Inhalte ortsbezogen erlebbar. Die Gründer Karolina Schilling, Jörg Polakowski und Lydia Horn entwickeln eine Authoring- und Publishing-Plattform mit der ortsbasierte Multimedia-Touren produziert und per Mobilfunkgerät abgerufen werden können.

Stellen Sie sich vor, Sie laufen durch das Brandenburger Tor und Ihr Mobiltelefon lädt Sie zu einer Audioführung entlang des Mauerstreifens ein. Vielleicht wollen Sie auch einen Freund überraschen und hinterlegen eine Video-Botschaft in der Nähe Ihres gemeinsamen Lieblingscafés. „mobile melting“ wird es möglich machen. Die Inhalte der Plattform sind völlig variabel, von Stadtführungen, über interaktive Hörbücher bis hin zur Schnitzeljagd ist alles denkbar. Den Nutzern sind keine kreativen Grenzen gesetzt.

Das Projekt wird von Prof. Dr. Armin Fricke als Coach und Berater begleitet. Von der ersten wilden Vision im Frühjahr 2008 bis zur soliden Geschäftsidee ist es ein langer Weg gewesen, der auch noch nicht bis zum Ende gegangen ist. Der erste große gemeinsamen Erfolg ist aber bereits zu verbuchen. Das EXIST Gründerstipendium wurde beim Projektträger in einer Rekordzeit genehmigt. Zum ersten Mal wird ein Team des Kombinats durch das Gründungsnetzwerk profund der Freien Universität Berlin betreut.

Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit mit profund und „mobile melting“!

Rezessionen sind Gründerzeiten

Dienstag, Mai 5th, 2009

Rezessionen sind wie Slow Motion.

Entscheidungen verzögern sich. Auftraggeber warten ab.

Menschen sind froh, ihren Job zu behalten. Ihre Gehaltserwartungen steigen nicht – und wenn sie auf den Arbeitsmarkt gehen müssen, sinken die Gehaltserwartungen sogar.

Man konzentriert sich auf das Wesentliche: Ist mein Produkt wirklich nützlich? Wer ist meine Zielgruppe? Wie kann ich den Interessenten noch intensiver bearbeiten, um ihn zum Kunden zu konvertieren?

Gründungen benötigen Zeit.

Eine Geschäftsidee muss 9 Monate reifen und durchläuft verschiedene -meist erhebliche- Veränderungen. Das Team muss zusammen finden. Von der anfänglichen Euphorie bis zur ersten richtigen Krise – und durch sie hindurch. Kontaktnetzwerke müssen aufgebaut werden. Der Prototyp muss programmiert werden.

Rezessionen und Gründung passen also zusammen.

Fehler kann man immer machen. In Boomzeiten sind die Auswirkungen der Fehler größer – also auch hier: Vorteil für rezessive Zeiten, da Fehler immer passieren und es einfach besser ist, wenn die Auswirkungen nicht so groß sind, dass niemand sie wieder einfangen kann.

Dieses Einfangen ist einfacher, wenn keine Investoren im Boot sind. Die Komplexität ist geringer, die Freiheitsgrade für die Lösung sind größer.

Wer es also schafft, in der Rezession ohne Investoren zu gründen, hat gute Voraussetzungen, auch in den Boomzeiten erfolgreich zu sein. Anders herum gilt das sicher nicht.

Und die Boomzeiten kommen bestimmt wieder!

Herzblut

Donnerstag, April 9th, 2009

„Investoren kommen und gehen, die haben kein Herzblut“ sagt Bayern Münchens Manager Uli Hoeneß.

Auf den ersten Blick sieht das wie ein Nachteil aus. Gemeint ist, dass Entscheidungen über die Verwendung der Mittel, über den Ausstieg des Investors oder über das Nachschiessen weiterer Mittel in der Krise nach Kriterien getroffen werden, die der Unternehmer möglicherweise so nicht anlegen würde.

Der Unternehmer gibt das Unternehmen noch nicht verloren, möchte weiter in die Entwicklung eines Produkts investieren, weiteres Geld in die Werbung investieren, den Gewinn doch noch erreichen, etc. Der Investor „zieht den Stecker“, er beendet das Abenteuer, er begrenzt den entstandenen Verlust.

Soweit der erste Blick. Ein starker Unternehmer geht unbeirrt voran. Kaum zu bremsen und manchmal nicht zu steuern. Dieses Unsteuerbare ist das Problem. Es kann auch bei Unternehmerteams auftreten – ist aber weniger wahrscheinlich, weil zwei oder drei Gründer häufiger als Einzelgründer in einem konstruktiven Diskussionsprozess das Machbare von dem Unmöglichen trennen können. Aber auch Gründerteams benötigen ein Gegengewicht, einen Sparringspartner, eine Instanz, die ihre Entscheidungen herausfordert, bevor es der Markt tut.

Denn solange die Geschäftsführer in Personalunion auch Gesellschafter sind, kann man diesen Effekt nicht von ihnen erwarten – so schizophren ist niemand.

Hier kann der Investor nützlich sein. Er hinterfragt. Und zwar ohne Emotion und Herzblut. Am besten konstruktiv und mit einer eigenen Sicht auf das Geschäftsmodell, die Marktpositionierung, die Wettbewerbsstrategie, etc. – aber nicht als „Über-Geschäftsführung“, die alle operativen Entscheidungen bewertet sondern als „Anspruchsteller“, der einen Return on Investment erwartet.

Dadurch entsteht zusätzlich zu den strategischen und operativen Zielen des Unternehmens eine weitere Zielsetzung für die Geschäftsführung, die gleichzeitig verfolgt und erreicht werden muss. Übrigens eine Zielsetzung, die die Gesellschafter-Geschäftsführer mit ihrem „Gesellschafterhut“ auch verfolgen sollten, wenn sie es denn könnten – siehe Schizophrenie.

Entscheiden Sie selbst, ob Sie auf den zweiten Blick aus der Sicht eines Investors verzichten wollen!

Ideenklau – von Investoren

Samstag, November 22nd, 2008

Gründern sollte man von den eigenen Ideen erzählen. Siehe dazu in diesem Post.

„Unveröffentlichte Ideen“ habe ich dort noch nicht behandelt. Für diese unveröffentlichten Ideen bleiben als „Interessenten“ eigentlich auch nur noch Investoren übrig.

Der Schutz gegenüber Investoren ist relativ einfach: Nur den Nutzen kommunizieren und die technischen Raffinessen weglassen. Damit kann ein Investor relativ wenig Mißbrauch treiben, da er als Investor regelmässig nicht über die technische Kompetenz verfügt, die Idee selbst umzusetzen.

Allerdings besteht die Gefahr, dass es ein Unternehmen in seinem Portfolio gibt, das diese Idee sehr wohl umsetzen könnte. Doch das können und müssen Sie recherchieren, bevor Sie mit dem Investor sprechen. Wer diese Hausaufgabe nicht macht, handelt grob fahrlässig! Zur Sicherheit, d.h. falls nicht alle Beteiligungen des Investors bekannt sind (oder er momentan eine Beteiligung eingeht, die aber noch nicht veröffentlicht ist), fragen Sie ausdrücklich nach, ob es bereits Beteiligungen im Bereich X gibt, die einen Interessenskonflikt bedeuten könnten.

Interessenskonflikt ist nämlich das Schlüsselwort für einen Investor (und auch für profesionelle Berater – leider sind im Gegensatz zu den Investoren die Berater häufiger als die Investoren in diesem Punkt unprofessionell). Er wird kaum „nein“ antworten und dennoch wenige Tage oder Wochen später auf seiner Website einen Ihrer Wettbewerber als Beteiligung listen. Man kann es natürlich nie ausschließen, ich halte es aber für unwahrscheinlich.

Es besteht aber eine andere Gefahr, die man tatsächlich nicht ausschließen kann: Investoren wollen möglicherweise eine andere Idee absichern, d.h. sie befinden sich in der Prüfung für eine konkrete Beteiligung und haben Interesse an Marktzahlen, Marktteilnehmern und an Geschäftsmodellen aus Ihrem Bereich. Die an Sie gerichtete Bitte, Ihren Businessplan zuzusenden bedeutet dann, dass der Investor die entsprechenden Kapitel mit Interesse lesen wird, um die Informationen in den Verhandlungen mit Ihrem Wettbewerber (den Sie vielleicht sogar ausführlich beschrieben haben!) zu verwenden.

Das ist natürlich ärgerlich, denn warum sollten Sie seine Hausaufgaben erledigen ohne eine Chance auf ein Investment zu haben?

Es ist aber -vermutlich- nicht wirklich gefährlich. Ihre Idee wird der Investor nicht weitergeben, wenn er einigermaßen professionell agiert. Ohne Garantie, aber ich halte es einfach für unwahrscheinlich. Welche Wirkung hätte es auf seinen Verhandlungspartner (Ihren Wettbewerber), wenn er Ihren Businessplan einfach durchreicht oder Vertrauliches daraus verwendet? Der Schaden für ihn wäre erheblich. Zumal er annehmen muss, dass Sie oder Ihr Team persönliche Kontakte zu dem Wettbewerber haben oder durch Mitarbeiterwechsel haben werden.

Häufig müssen Investoren Ihre Idee auch gar nicht klauen, da sie sie schon haben. Aus dem Silicon Valley stammt der Satz „100 Teams haben dieselbe Idee, 10 setzen sie um und 1 Team wird erfolgreich“. Investoren sehen diese 10 Teams zwar nicht alle, aber doch einige davon, da Businesspläne (leider!) weit gestreut werden.

Sie sehen diese Businesspläne natürlich nicht. Auch das ist eine Erkenntnis, die übrigens logisch gesehen das genaue Gegenteil von „Ideenklau durch den Investor“ ist. Sie könnten eine Idee klauen, wenn Sie es schaffen, mit dem Investor in einen vertiefenden Dialog zu Ihrer Idee zu kommen.

Fazit: Die intuitive Angst ist berechtigt. Seien Sie vorsichtig, wenn Sie mit Investoren sprechen. Machen Sie Ihre Hausaufgaben. Wenn ein Investor interessiert ist, bedeutet das, es ist „Markt vorhanden“.

Das könnte Ihre wichtigste Erkenntnis aus dem Interesse eines Investors sein, auch wenn er nicht investiert.

Ideenklau – von Gründern

Samstag, November 15th, 2008

Was ist, wenn jemand meine Idee klaut?

Dann wird er sie vermutlich ganz anders umsetzen.

Jeder, der schon einmal mit einer Idee wirklich gestartet ist, weiß, dass sich seine Idee weiter entwickelt hat und diese spätestens nach 6 intensiven Monaten mit der ersten Idee nur noch wenig zu tun hatte. Ursprünglich fehlende Teile der Idee sind hinzugekommen und falsche Teilen der Idee haben nicht überlebt. Wer diese Erfahrung mit seiner Idee noch nicht gemacht hat, hat vermutlich auch noch nicht begonnen, sie wirklich umzusetzen.

Aber umsetzen bedeutet meist auch veröffentlichen. Spätestens dann kann jede Idee geklaut werden. Es dreht sich bei der Frage des Ideenklaus also hauptsächlich um unveröffentlichte Ideen.

Ideen sind individuell. Ihre fachliche Kompetenz, technisches Wissen, Team, Motivation und Effektivität (nicht: Finanzierung!) und vermutlich noch 118 weitere Erfolgsfaktoren sind entscheidend für Ihren Erfolg mit der Idee. Lieber die zweitbeste Idee mit dem erstbesten Team als anders herum – dieser Satz ist nicht von mir, er entspricht aber meiner Erfahrung.

Individuell heißt auch: Jeder Einzelne ist meist gut beschäftigt, eine einzige Idee umsetzen. Gründer heißen so, weil sie das schon tun – und haben daher logischerweise keinen echten Bedarf an einer weiteren Idee. Außer, sie wollen etwas Identisches gründen. Das ist aber wieder sehr unwahrscheinlich – siehe „individuell“ im vorstehenden Absatz. Außerdem merken Sie es im Gespräch – wenige Menschen stellen absichtlich blöde Fragen um zu verschleiern, dass sie eigentlich auch Ihre Idee umsetzen wollen.

Kommunizieren Sie Ihre Idee Gründern gegenüber also möglichst offen. Sie bekommen Feedback, das extrem wichtig ist und das Risiko des Ideenklaus bei weitem ausgleicht. Für Investoren gibt es eine andere Logik, die ich in einem weiteren Post behandeln werde.

Ärgerlich ist es, wenn jemand eine Idee klaut und anders umsetzt, aber dabei erfolgreicher als Sie ist. Aber Hand auf’s Herz: Wie sind Sie denn auf Ihre Idee gekommen? War es nicht vielleicht Ihre Beobachtungsgabe, eine Unzulänglichkeit bei Anderen gesehen zu haben? Haben Sie nicht selbst aus einer oder mehreren Ideen anderer Leute Ihre Idee entwickelt? Wie kommt man überhaupt auf eigene Ideen, wenn nicht durch Anregung von außen? Ohne die Kognitionswissenschaften bemühen zu wollen – eine „eigene Idee“ ist meist nur gefühlt eigen und hat sich bei Ihnen eingestellt, weil sie irgendwie in der Luft lag. Investoren, die einen guten Überblick über aktuelle Geschäftsideen und -modelle haben, bekommen immer (!) mehrere Businesspläne zu einer Idee auf den Tisch. Doch dazu, wie gesagt, später mehr.

Der Schlüssel gegen den Ideenklau liegt darin, der Idee eine eigene, persönliche, unverwechselbare Note zu geben (in der Beratersprache auch als Strategie bezeichnet) und diese Idee schnell umzusetzen. Denn in der Schnelligkeit liegt der beste Schutz: Nachahmer müssen noch schneller umsetzen und aus Fehlern lernen als Sie, wenn sie Ihnen die Show stehlen wollen. Das gelingt regelmässig nur den kleinen Nachahmern und die großen Konzerne scheitern genauso regelmässig daran.

Fachkenntnis und Prozesskenntnis

Samstag, November 8th, 2008

Sie haben eine Idee. Eine Vision. Ein Team.

Das Fachliche ist weitgehend vorhanden. Auch wenn sich die Idee verändern wird. Oder die Vision an der Realität und dem zunehmenden Kenntnisstand erwachsen wird. Und das Team sich verändert – bis hin zum Austausch von Teammitgliedern, die anfangs eine zentrale Rolle übernommen haben.

Aber wie funktioniert es, eine Idee zu verändern, eine Vision zu entwickeln, ein Team zu formen?

Hier sind Prozesse angesprochen, die man an keiner Schule lernen kann sondern nur in der Praxis.

Wie bei allem, das man zum ersten Mal macht, kann es schief gehen. Und auch: Wie alles im Leben kann man es lernen. Und die Übung macht den Meister.

Im Kombinat finden diese Prozesse regelmässig statt. Bei drei Unternehmen und den jeweils mehreren Projekten pro Unternehmen ist eigentlich immer gerade irgendeine (kleine oder größere) Krise aktuell.

Das Kombinat ist nun 4 Monate alt. Und ich bemerke an diesen Krisen, wie ähnlich Gründungen doch sind – jedenfalls in den Prozessen, die nicht das Fachliche betreffen. Aus meiner Perspektive (und Erfahrung aus anderen Gründungen, die ich aber eher seriell erlebt habe und damit diese offensichtliche Zwangsläufigkeit und Ähnlichkeit nicht so bemerkt habe) ist manches schon einmal dagewesen.

Das beruhigt – nicht nur mich sondern auch die Unternehmer und ihre Mitarbeiter.

Teamgründungen sind erfolgreicher

Dienstag, Oktober 28th, 2008

Hier könnte ich jetzt eine Menge Literatur aus der Gründungsforschung zitieren, die Richtlinien verschiedener Fördermittelgeber im Gründungsbereich angeben oder O-Töne von Investoren abspielen: Die Aussage, dass Teamgründungen erfolgreicher sind, findet man allerorten. „Team“ ist also bewiesen.

Das reicht natürlich nicht.

Eine Idee wird besser, wenn man sie vielen Menschen vorstellt und sich mit ihren Reaktionen auseinandersetzt. Das wurde hier schon ausgeführt. Wenn diese Menschen dann auch noch wissen, wovon sie sprechen und mitmachen, wird die Idee noch schneller noch besser. „Team“ heißt Vorteil gegenüber dem Einzelkämpfer.

Für eine Gründung wird viel benötigt. Mindestens jedoch eine klare Zielvorstellung, Führungswille, Kommunikation nach außen, Technik, Prozesse und Organisation, etc. Je nach Geschäftsmodell ist die Ausprägung dieser Fähigkeiten unterschiedlich – darauf kommt es nicht so an. Wie wahrscheinlich ist es, dass das alles in einer Person gebündelt ist? Wie skaliert diese Person, wenn das Unternehmen wachsen soll? „Team“ bedeutet Vielseitigkeit.

Es gibt gar nicht wenige Menschen, die nicht teilen können. Sie haben es einfach nicht gelernt. Diese Menschen werden keine Teams führen können, keine Verhandlungen zu einem win-win-Ergebnis bringen und sich in der Krise einem Kompromiss verweigern. Jeder von uns kennt solche Menschen. Sie sind bestimmt wertvoll – für alles mögliche Andere, aber nicht für Gründungen. „Team“ bedeutet also weniger Egoismus.

Versuchen Sie, in einem anfangs überschaubaren Umfeld Andere von Ihren Ideen und Ihrer Herangehensweise zu überzeugen. Lernen Sie zuerst, Ihre eigenen Ideen in dem freundlichen Umfeld „Team“ zu entwickeln. Die Kunden, die Wettbewerber, die Investoren, etc. sind nicht mehr so freundlich mit Ihnen und Sie werden Mitstreiter gut brauchen können. „Team“ ist also ein Synonym für die Vorbereitung auf die harte Welt da draussen.

Teams entstehen, weil die Menschen gerne Zeit miteinander verbringen. Teams werden unschlagbar, weil sie durch die Umsetzung zusammen geschweißt werden. „Team“ kann zwischenmenschlicher Sinn sein.

Wenn Sie kein Team zum Mitmachen finden, gründen Sie einfach selbst ein Team.