Archiv für ‘Wir im Kombinat’ Category

Karl des Monats März – Körperpflege im Büro

Mittwoch, März 31st, 2010

Ein Bürotausch bedeutet in erster Linie umräumen, Kabelsalat entheddern, neu verlegen, ausmisten. Alle Dinge im Büro einmal anzufassen heißt auch auf längst verschollene Gegenstände zu stoßen. Da gibt es jene über die man sich freut und jene, die besser verschwunden geblieben wären, wie der beträchtliche Haufen Zehennägel, der unverhofft hinter einem Schreibtisch des Kombinats auftauchte.

Erst Geschrei, dann Gelächter, schließlich vielfältige Spekulationen. Die ehemaligen Bürobesitzer weisen alle Schuld von sich und zeigen mit dem Finger auf das letzte Team. Plausibel erscheint auch die späte Rache der letzten Reinigungskraft. Zumindest würden die Körpermaße zu den Fundstücken passen.

Der Tausch von Büroräumen ist nie im Sinne aller Beteiligten. Einer beschwert sich, über die neuen Zimmernachbarn, der nächste trauert seinem Fensterplatz nach. An alten Strukturen rühren fördert immer ungewollte Dinge zu Tage, vielleicht sind Fußnägel dabei noch das kleinste Übel.

Scrum, einer für alle, alle für einen

Montag, Januar 4th, 2010

Scrum dient dazu traditionelle Arbeitsstrukturen aufzubrechen und Hierarchien abzuflachen. Hier liegt die Chance, aber auch die Herausforderung der agilen Softwareentwicklung. Wir sind keine Verwaltung. Wir sitzen nicht in unseren kleinen Büros, gießen die Zimmerpflanzen und googlen uns selbst. Wir können und wollen uns nicht hinter einem schützenden Vorgesetzten verstecken, wenn es brenzlich wird.

Scrum zeichnet sich dadurch aus, dass alle ihr Commitment geben. Jedes Teammitglied ist ebenso wie der ScrumMaster, der Product Owner und der Kunde für den Erfolg oder Misserfolg verantwortlich.

Der Product Owner kennt die Software und die Arbeitsweise des Programmierteams, er muss die Kundenwünsche und -bedürfnisse in eine Sprache übersetzen, die von Technikern verstanden wird. Er muss den Wunsch des Kunden so konkret wie möglich definieren, es ist jedoch nicht seine Aufgabe eine genaue Programmieranleitung zu liefern. Der Product Owner ist kein Programmier.

Das Team besitzt technisches Know-How. Es ist dafür verantwortlich, dass die Software in einer lauffähigen Version vorliegt. Es bringt die Kundenwünsche mit den technischen Möglichkeiten in Einklang. Das Team darf nicht für ungenau beschriebene Aufgaben verantwortlich gemacht werden. Das Team ist nicht zuständig für das Produktmanagement.

Doch Vorsicht: Scrum entbindet nicht vom selbstständigen Denken, im Gegenteil, es fordert dazu auf. Die Kommunikationswege sind kurz. Durch das tägliche Stand-Up kennen alle Beteiligten den Prozess und die Aufgaben des Einzelnen. Es steht jedem frei, Fragen zu stellen, Anregungen zu geben und Ideen einzubringen. Jeder kann und sollte das Team vor möglichen Fehlern warnen.

Der Product Owner leistet einen guten Job, wenn er auch die technischen Abläufe mit durchdenkt. Nach einer Weile hat er viele Restriktionen durchschaut und kann es vermeiden dem Kunden Features zu versprechen, deren Kosten und Nutzen in keinem Verhältnis stehen. Das Team zeichnet sich dadurch aus, technische Sackgassen frühzeitig zu erkennen, die Warnung offen auszusprechen und alternative Lösungen zu finden.

Die Prinzipien klingen einfach und innovativ. Schnell umzusetzen für ein junges Team? Nein, auch das Erlernen und der Umgang mit Scrum sind viel Arbeit. Die richtige Anwendung von Scrum braucht Zeit, Erfahrung und erfordert das Zusammenspiel des gesamten Unternehmens. Wir arbeiten jetzt seit einem Jahr mit Scrum, haben ein Projekt erfolgreich abgeschlossen und noch immer gibt es viele Ideen wie der Prozess verbessert werden kann.

Karl des Monats Dezember – Pause machen

Donnerstag, Dezember 31st, 2009

Endloses Sitzen im Büro kann zu Demotivation, Erschöpfung oder gar Angstzuständen führen, wie folgendes Chatprotokoll beweist:

Mitarbeiter 1 (im Kombinat): Ey, hallo, wer klingelt denn bitte um die Uhrzeit (21 Uhr) hier. Also ich mach nicht auf!
Mitarbeiter 2 (bereits zu Hause): Hat jemand an der Tür geklingelt? Man kann doch sehen wer es ist, oder?
Mitarbeiter 1: Yo, direkt an der Tür.
Mitarbeiter 2: Und haste geschaut?
Mitarbeiter 1: Ich bin lieber in meinem kleinen Büro geblieben, da kann ich auch aus dem Fenster abhauen.
Mitarbeiter 2: Hehe, hast Schiss?
Mitarbeiter 1: Hehe, ey das ist hier Wildau, wer weiß, was hier rumläuft.
Mitarbeiter 2: Aber hättest doch echt mal an die Tür gehen können, hätte nicht gedacht dass du so ein feiger Hund bist, Einbrecher klingeln nicht!
Mitarbeiter 1: Hehe auch wahr, wahrscheinlich ein Klingelstreich oder so ein Mist. So ich pack mal, wenn ich morgen früh nicht auftauche, dann wurde ich von der Wildau’schen Bevölkerung aufgefressen!
Mitarbeiter 2: Lecker, lecker!

Zu lange über den gleichen Aufgaben grübeln hemmt also nicht nur die Kreativität und die Leistungsfähigkeit, sondern ruft womöglich Paranoia hervor. Deshalb sind Pausen sinnvoll. Der Wechsel zwischen Kreativ- und Routineaufgaben fördert die Produktivität. Wer ohne Pause arbeitet ist genervt und agressiv. Die Belastbarkeit zu steigern durch regelmäßige Unterbrechungen und sportlichen Ausgleich ist die empfohlene Lösung.

Erfolg beim BPW 2009

Samstag, Dezember 19th, 2009

Die neue Staffel 2009/10 des BPW ist gestartet – und anläßlich des Starts wurden die Sieger der vergangenen Staffel prämiert.

Dieses Mal haben wir zu einem 4. Platz im Wettbewerb von 342 Businessplänen (Kategorie: BPWservice, Stufe 2) beigetragen. Das reicht zwar nicht für einen Platz auf dem (großen) Treppchen des Businessplan-Wettbewerbs.

Aber Herr Kulke freute sich natürlich über die Prämie des Präsidenten der TH Wildau in Höhe von 700,- Euro für den besten Businessplan der TH Wildau.

Sein siegreicher Businessplan war außerdem noch Teil der Diplomarbeit, die Herr Kulke kürzlich mit einem ausgezeichneten Ergebnis abgeschlossen hat.

Also: Doppelten Glückwunsch!

So einfach kann man das Notwendige (Diplomarbeit) mit dem Nützlichen (BPW-Teilnahme) und dem Angenehmen (Sieg) verbinden.

Dürre Worte

Freitag, Oktober 23rd, 2009

Veränderungen sind ja angeblich die einzige Konstante, wie man so schön sagt.

Wichtige Veränderungen kommen wohl immer in dürren Worten daher. Zum Beispiel: Armin Fricke ist nicht mehr Professor an der TH Wildau. In diesem Fall waren die dürren Worte, die ich auf meiner Professoren-Homepage veröffentlich habe:

Dass meine befristete Stelle am 14. September 2009 auslaufen würde, war bereits bei meiner Berufung klar. „Wildau“ sollte für mich eine langfristige Perspektive haben und ich habe seit 2008 versucht, eine belastbare unbefristete Lösung zu finden. Im Ergebnis waren die Angebote der Hochschule nicht annehmbar oder zu wenig belastbar.

Also Vorsicht vor fetten Worten. Das ist dann meistens Marketing-Blabla.

Wer also etwas Wesentliches mitzuteilen hat, kann und sollte es auch in wenige Worte fassen können.

Rekord-EXIST-Bewilligungs-Antragsteller

Samstag, Oktober 3rd, 2009

Ein neues EXIST Team startet seine Arbeit. Unter dem aufgehenden Stern mobiler Technologien macht „mobile melting“ multimediale Inhalte ortsbezogen erlebbar. Die Gründer Karolina Schilling, Jörg Polakowski und Lydia Horn entwickeln eine Authoring- und Publishing-Plattform mit der ortsbasierte Multimedia-Touren produziert und per Mobilfunkgerät abgerufen werden können.

Stellen Sie sich vor, Sie laufen durch das Brandenburger Tor und Ihr Mobiltelefon lädt Sie zu einer Audioführung entlang des Mauerstreifens ein. Vielleicht wollen Sie auch einen Freund überraschen und hinterlegen eine Video-Botschaft in der Nähe Ihres gemeinsamen Lieblingscafés. „mobile melting“ wird es möglich machen. Die Inhalte der Plattform sind völlig variabel, von Stadtführungen, über interaktive Hörbücher bis hin zur Schnitzeljagd ist alles denkbar. Den Nutzern sind keine kreativen Grenzen gesetzt.

Das Projekt wird von Prof. Dr. Armin Fricke als Coach und Berater begleitet. Von der ersten wilden Vision im Frühjahr 2008 bis zur soliden Geschäftsidee ist es ein langer Weg gewesen, der auch noch nicht bis zum Ende gegangen ist. Der erste große gemeinsamen Erfolg ist aber bereits zu verbuchen. Das EXIST Gründerstipendium wurde beim Projektträger in einer Rekordzeit genehmigt. Zum ersten Mal wird ein Team des Kombinats durch das Gründungsnetzwerk profund der Freien Universität Berlin betreut.

Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit mit profund und „mobile melting“!

Karl des Monats September – Nützliche Geräte

Freitag, Oktober 2nd, 2009

Richtig eingesetzt kann ein Staubsauger sehr nützlich sein. Möchte man beispielsweise Staub von einem Teppich entfernen.

Nun wären wir nicht das Kombinat, wenn wir nicht mal etwas Unkonventionelles und Neues ausprobieren würden. So stellen wir im September fest, dass ein Staubsauger ebenfalls hilfreich ist, wenn man überflüssige Tasten von einer Laptoptastatur beseitigen will. Man hält den Staubsauger dicht über die unerwünschte Taste (z.B. Strg) und betätigt den Power-Knopf und wartet, bis die 2300 Watt ihren Dienst getan haben.

Stellt man später fest, dass die Strg-Taste doch nicht so nutzlos war, bleibt einem nichts anderes übrig, als die Staubsaugertüte aufzuschneiden und zwischen Schmutz und Fusseln nach der verschluckten Taste zu suchen. Dies sah auch der Kombinatsmitarbeiter ein, der auf die glorreiche Idee kam, seine Tastatur mit einem Staubsauger zu säubern.

Darum, bedenke bei jeder Zweckentfremdung elektrischer Geräte die Folgen.

Karl des Monats August – Reinigungskraft vergrault

Mittwoch, September 23rd, 2009

Wer hat schon gerne dürftig geputzte Toiletten, staubige Fensterbretter und eine fleckige Arbeitsplatte? Nicht bei uns, denkt ein Mitarbeiter des Kombinats und schreibt eine beherzte E-Mail an das Putzteam.

Zu beherzt? Möglicherweise! Das kleine unscheinbare Schriftstück reicht aus, um das Reinigungspersonal über alle Berge zu jagen. Den Staubsauger unter dem einen, den Schrubber unter dem anderen Arm verschwindet er und wird nie wieder gesehen.

Das Personal geht, der Schmutz bleibt. Wir haben das Nachsehen. Drei ungeputzte Wochen später, ist auch die Dreckignoranz-Schwelle des letzten Kombinat-Mitarbeiters erreicht und der Ruf nach einer neuen Putzfrau wird unüberhörbar.

Auch wenn die Aktion letztendlich dazu führt, dass nach vier Wochen neue Reinigungskräfte eingestellt werden, ist sie kein Musterbeispiel für konstruktive Argumentation.

Deshalb, bleibe sachlich und versuche keinem Dienstleister den Dienstleistungsgedanken zu erklären.

Making Of – Agile Softwareentwicklung

Montag, September 7th, 2009

Große Konzerne haben oft festgefahrene Strukturen und traditionelle Arbeitsmethoden. Als kleines Unternehmen hat man die Freiheit andere Dinge auszuprobieren, ein bisschen revolutionär zu sein, nicht nur bei den Entwicklungen, sondern auch bei den Methoden. Das Kombinat wächst, die einzelnen Firmen werden größer und eine Strukturierung der Arbeitsprozesse ist dringend erforderlich.

Kleines Regelwerk, große Disziplin

Wir üben uns in Scrum, einer speziellen Vorgehensweise im Bereich der agilen Softwareentwicklung. Das bedeutet den bürokratischen Aufwand gering zu halten und mit möglichst wenig Regeln auszukommen. Das Verfahren ist beweglich und setzt in hohem Maße auf Individuen und deren Kommunikation. Wer mit Scrum arbeitet geht davon aus, dass Entwicklungs- und Produktfertigungsprozesse zu komplex sind, um sie detailliert im Voraus über Monate oder gar Jahre zu planen. Deshalb organisieren die Teammitglieder (zumeist Programmierer) ihre Arbeit in einem groben Rahmen weitgehend selbst und sie wählen frei ihre Werkzeuge und Methoden. Am Ende zählt immer nur das funktionierende Programm, der Weg dorthin ist selbst bestimmt. Das Entwicklerteam muss folglich eine hohe Eigenmotivation zeigen.

Rollen

Neben dem Team gibt es in Scrum noch den Product Owner und den Scrum Master. Der Product Owner plant gemeinsam mit dem Kunden das Programm bzw. das Produkt im großen Rahmen. Er priorisiert die Entwicklungsschritte und legt gemeinsame Ziel fest. Der Scrum Master hat die Aufgabe, die Prozesse der Entwicklung und Planung durchzuführen und die Aufteilung der Rollen und Rechte zu überwachen. Er ist dafür verantwortlich, dass die Methode Scrum richtig angewendet wird. Zusätzlich muss er Verbesserungspotentiale erkennen und dafür sorgen, dass das Team produktiv und zufrieden arbeitet.

Kundeninteresse im Mittelpunkt

Die Zusammenarbeit mit dem Kunden ist bei der agilen Softwareentwicklung überaus wichtig. Programme lassen sich besser in einem wechselseitigen Entwicklungs- und Prüfprozess erarbeiten. Die Arbeitseinheiten für das Team umfassen einen überschaubaren Zeitraum. Für uns haben sich 14 Tage als effektiv herausgestellt. Diese so genannten Sprints werden mit einer ausführlichen Ergebnispräsentation vor dem Kunden abgeschlossen. Kurze Zeiträume gewährleisten die Flexibilität des Teams. Durch den häufigen Austausch zwischen Team und Kunden kann schnell auf neue Anforderungen oder Veränderungen im Projekt reagiert werden.

Scrum im Kombinat

Wir haben festgestellt, dass sich die agile Softwareentwicklung gerade in kleinen Teams gut anwenden lässt. Kurze Wege und flache Hierarchien sind von Vorteil. Der permanente Austausch lässt neue Ideen entstehen und alle Beteiligten entwickeln ein Verständnis für die Arbeit der anderen. So können Entwicklungsprozesse, Produktmanagement und Marketingmaßnahmen besser verknüpft werden. Überschaubare Arbeitseinheiten und ein große Selbstverantwortung motivieren die Mitarbeiter. Konflikte und Missverständnisse, sowohl im Team als auch mit den Kunden können schneller gelöst werden. Scrum steht für eine enge Verzahnung mit dem Kunden und bewahrt einen davor monatelang fleißig an seinen Wünschen vorbeizuprogrammieren.

1 Jahr Kombinat

Donnerstag, Juli 9th, 2009

Wie die Zeit vergeht!

Vor einem Jahr war der Umzug zu vermelden. Einige Ausstattungsmerkmale sind noch immer nicht, wie sie eigentlich sein sollten. Zum Beispiel die Beleuchtung.

Fast alles hat sich bewährt:

Grillen macht noch immer Spaß und ist zu einem schönen Event geworden, bei dem sich zunehmend auch Externe einfinden. Interessenten, Unternehmer, Studenten, Nachbarn aber auch Kunden waren schon dabei. Unser Konzept des Tellers ist für Neulinge gewöhnungsbedürftig, wurde aber fast immer schnell erlernt.

Danke insbesondere an die Nachbarn, dass sie uns immer freundlich gesonnen blieben!

Auch die obligatorische gemeinsame sportliche Betätigung nach dem Grillen hat ihren festen Platz gefunden.

Zusätzlich hat sich eine nicht ganz so gemeinsame aber dafür reale sportliche Betätigung als gute Gewohnheit etabliert und einige Schweinehunde werden auf der Laufstrecke regelmässig bezwungen. Dank unserer Dusche können also Kreativitätsblockaden bei der Arbeit zwischendurch gelöst werden und man kann nach einem Arbeitstag auch körperlich zufrieden nach Hause kommen.

Auf den „Zauberkühlschrank“ muss dringend ein Patent angemeldet werden.

Die Nähe zur Hochschule ist optimal. Jedes andere Raumangebot, das ich vor einem Jahr in Erwägung gezogen habe, hätte nicht so gut funktioniert wie die Karl-Marx-Strasse 118. Für Studenten lohnt es sich, für einen Freiblock in’s Kombinat zu kommen. Die Mensa und die Bibliothek aber auch der Dönermann und der neue Eisladen sind wertvolle Infrastrukturen. Neue Praktikanten in spe kommen einfach mal vorbei. Die Nähe zum S-Bahnhof ist praktisch.

Die Größe der Räume ist genau richtig. Manchmal ist es eng, insbesondere zur „Praktikantensaison“, aber meistens passen der Zuschnitt und die Verteilung der Räume zwischen den Dauernutzern und den während der Woche nur blockweise anwesenden Nutzern gut zusammen.

In der wöchentlichen Kombinatsversammlung stellen sich neue Leute vor oder es werden interessante Kurzvorträge zu ganz verschiedenen Themen gehalten, so dass der Wissenstransfer ganz real stattfindet.

Wer als Unternehmer starten will oder als Kunde oder als Praktikant die Zusammenarbeit mit Unternehmern sucht, soll einfach in’s Kombinat kommen!

Damit sich die Leute treffen, die gemeinsam erfolgreich sind.

Ganz einfach.