Warnwestentruppe sucht Investor

Gestern Frühlingswetter, 10 Leute mit Warnweste, 1 Klein-LKW – sie befreien eine Bushaltestelle von Schnee und Eis.

Dass führende Politiker keine führenden Ideen haben, war auch in einer Tageszeitung schon zu lesen: Die von unserem Außenminister in’s Spiel gebrachte Idee, 1-Euro-Jobber Schnee schippen zu lassen, wird natürlich in Berlin schon seit längerem umgesetzt.

Aber war das unternehmerisch sinnvoll?

10 Leute arbeiten an einer Bushaltestelle. Nehmen wir an, sie benötigen 30 Minuten, um die Bushaltestelle in Ordnung zu bringen, so wären Kosten in Höhe von 5 Euro angefallen. Der Vorarbeiter ist vermutlich kein 1-Euro-Jobber, er müsste den Job sonst allein machen und so werden immerhin 4,5 Stunden seiner Zeit eingespart. Als Steuerzahler bin ich bis hier noch einverstanden.

Unter der Annahme, dass für diesen flächendeckenden Sondereinsatz genügend Schaufeln vorhanden sind. Denn wenn die Schaufeln noch beschafft werden müssten… oder waren die Schaufeln sowieso im Überfluss vorhanden? Hier entstehen erste Fragen.

(Schaufelhersteller müsste man sein! Die Erkenntnis hatten wir in der New Economy auch schon einmal.)

Wie sind die Arbeiter an den Einsatzort gekommen? Der Klein-LKW (Doppelkabine) hat ca. 6 Sitzplätze. Mit dem Bus – hoffe ich als Steuerzahler. Treffen wir öfters Arbeiter mit Schaufeln im Bus? Eher nein.  Gab es einen Fahrdienst? Was hat dieser gekostet?

Alle diese Kosten für ein Problem, das sich von selbst löst. Und zwar nicht irgendwann sondern aktuell, stark fortschreitend in der Frühlingssonne.

Seit Weihnachten hatte uns das Winterwetter im Griff. Bis gestern, am 24. Februar, waren Gehwege und die Nebenstrassen in den Vororten mit Tiefschnee bedeckt oder die Gehwege in Berlin spiegelglatt. Wir haben uns darauf eingestellt, waren vorsichtig und einige haben Knochenbrüche oder Blechschäden davon getragen.

Als das Tauwetter begonnen hatte, hat der Staat in die Problemlösung investiert.

Hätte man zu diesem Zeitpunkt einen anderen Investor als den Staat gefunden? Wohl nicht.

Investoren suchen Gelegenheiten, die jemandem einen dauerhaften Nutzen bieten. Dem Bürger als Nutzer der Bushaltestelle und dem 1-Euro-Jobber als Arbeiter.

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