Scrum, einer für alle, alle für einen

Scrum dient dazu traditionelle Arbeitsstrukturen aufzubrechen und Hierarchien abzuflachen. Hier liegt die Chance, aber auch die Herausforderung der agilen Softwareentwicklung. Wir sind keine Verwaltung. Wir sitzen nicht in unseren kleinen Büros, gießen die Zimmerpflanzen und googlen uns selbst. Wir können und wollen uns nicht hinter einem schützenden Vorgesetzten verstecken, wenn es brenzlich wird.

Scrum zeichnet sich dadurch aus, dass alle ihr Commitment geben. Jedes Teammitglied ist ebenso wie der ScrumMaster, der Product Owner und der Kunde für den Erfolg oder Misserfolg verantwortlich.

Der Product Owner kennt die Software und die Arbeitsweise des Programmierteams, er muss die Kundenwünsche und -bedürfnisse in eine Sprache übersetzen, die von Technikern verstanden wird. Er muss den Wunsch des Kunden so konkret wie möglich definieren, es ist jedoch nicht seine Aufgabe eine genaue Programmieranleitung zu liefern. Der Product Owner ist kein Programmier.

Das Team besitzt technisches Know-How. Es ist dafür verantwortlich, dass die Software in einer lauffähigen Version vorliegt. Es bringt die Kundenwünsche mit den technischen Möglichkeiten in Einklang. Das Team darf nicht für ungenau beschriebene Aufgaben verantwortlich gemacht werden. Das Team ist nicht zuständig für das Produktmanagement.

Doch Vorsicht: Scrum entbindet nicht vom selbstständigen Denken, im Gegenteil, es fordert dazu auf. Die Kommunikationswege sind kurz. Durch das tägliche Stand-Up kennen alle Beteiligten den Prozess und die Aufgaben des Einzelnen. Es steht jedem frei, Fragen zu stellen, Anregungen zu geben und Ideen einzubringen. Jeder kann und sollte das Team vor möglichen Fehlern warnen.

Der Product Owner leistet einen guten Job, wenn er auch die technischen Abläufe mit durchdenkt. Nach einer Weile hat er viele Restriktionen durchschaut und kann es vermeiden dem Kunden Features zu versprechen, deren Kosten und Nutzen in keinem Verhältnis stehen. Das Team zeichnet sich dadurch aus, technische Sackgassen frühzeitig zu erkennen, die Warnung offen auszusprechen und alternative Lösungen zu finden.

Die Prinzipien klingen einfach und innovativ. Schnell umzusetzen für ein junges Team? Nein, auch das Erlernen und der Umgang mit Scrum sind viel Arbeit. Die richtige Anwendung von Scrum braucht Zeit, Erfahrung und erfordert das Zusammenspiel des gesamten Unternehmens. Wir arbeiten jetzt seit einem Jahr mit Scrum, haben ein Projekt erfolgreich abgeschlossen und noch immer gibt es viele Ideen wie der Prozess verbessert werden kann.

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One Response to “Scrum, einer für alle, alle für einen”

  1. […] Dieser Eintrag wurde auf Twitter von BIKuM erwähnt. BIKuM sagte: Scrum, einer für alle, alle für einen http://bit.ly/9Aicih via @AddToAny […]