Archiv für September, 2009

Karl des Monats August – Reinigungskraft vergrault

Mittwoch, September 23rd, 2009

Wer hat schon gerne dürftig geputzte Toiletten, staubige Fensterbretter und eine fleckige Arbeitsplatte? Nicht bei uns, denkt ein Mitarbeiter des Kombinats und schreibt eine beherzte E-Mail an das Putzteam.

Zu beherzt? Möglicherweise! Das kleine unscheinbare Schriftstück reicht aus, um das Reinigungspersonal über alle Berge zu jagen. Den Staubsauger unter dem einen, den Schrubber unter dem anderen Arm verschwindet er und wird nie wieder gesehen.

Das Personal geht, der Schmutz bleibt. Wir haben das Nachsehen. Drei ungeputzte Wochen später, ist auch die Dreckignoranz-Schwelle des letzten Kombinat-Mitarbeiters erreicht und der Ruf nach einer neuen Putzfrau wird unüberhörbar.

Auch wenn die Aktion letztendlich dazu führt, dass nach vier Wochen neue Reinigungskräfte eingestellt werden, ist sie kein Musterbeispiel für konstruktive Argumentation.

Deshalb, bleibe sachlich und versuche keinem Dienstleister den Dienstleistungsgedanken zu erklären.

Making Of – Agile Softwareentwicklung

Montag, September 7th, 2009

Große Konzerne haben oft festgefahrene Strukturen und traditionelle Arbeitsmethoden. Als kleines Unternehmen hat man die Freiheit andere Dinge auszuprobieren, ein bisschen revolutionär zu sein, nicht nur bei den Entwicklungen, sondern auch bei den Methoden. Das Kombinat wächst, die einzelnen Firmen werden größer und eine Strukturierung der Arbeitsprozesse ist dringend erforderlich.

Kleines Regelwerk, große Disziplin

Wir üben uns in Scrum, einer speziellen Vorgehensweise im Bereich der agilen Softwareentwicklung. Das bedeutet den bürokratischen Aufwand gering zu halten und mit möglichst wenig Regeln auszukommen. Das Verfahren ist beweglich und setzt in hohem Maße auf Individuen und deren Kommunikation. Wer mit Scrum arbeitet geht davon aus, dass Entwicklungs- und Produktfertigungsprozesse zu komplex sind, um sie detailliert im Voraus über Monate oder gar Jahre zu planen. Deshalb organisieren die Teammitglieder (zumeist Programmierer) ihre Arbeit in einem groben Rahmen weitgehend selbst und sie wählen frei ihre Werkzeuge und Methoden. Am Ende zählt immer nur das funktionierende Programm, der Weg dorthin ist selbst bestimmt. Das Entwicklerteam muss folglich eine hohe Eigenmotivation zeigen.

Rollen

Neben dem Team gibt es in Scrum noch den Product Owner und den Scrum Master. Der Product Owner plant gemeinsam mit dem Kunden das Programm bzw. das Produkt im großen Rahmen. Er priorisiert die Entwicklungsschritte und legt gemeinsame Ziel fest. Der Scrum Master hat die Aufgabe, die Prozesse der Entwicklung und Planung durchzuführen und die Aufteilung der Rollen und Rechte zu überwachen. Er ist dafür verantwortlich, dass die Methode Scrum richtig angewendet wird. Zusätzlich muss er Verbesserungspotentiale erkennen und dafür sorgen, dass das Team produktiv und zufrieden arbeitet.

Kundeninteresse im Mittelpunkt

Die Zusammenarbeit mit dem Kunden ist bei der agilen Softwareentwicklung überaus wichtig. Programme lassen sich besser in einem wechselseitigen Entwicklungs- und Prüfprozess erarbeiten. Die Arbeitseinheiten für das Team umfassen einen überschaubaren Zeitraum. Für uns haben sich 14 Tage als effektiv herausgestellt. Diese so genannten Sprints werden mit einer ausführlichen Ergebnispräsentation vor dem Kunden abgeschlossen. Kurze Zeiträume gewährleisten die Flexibilität des Teams. Durch den häufigen Austausch zwischen Team und Kunden kann schnell auf neue Anforderungen oder Veränderungen im Projekt reagiert werden.

Scrum im Kombinat

Wir haben festgestellt, dass sich die agile Softwareentwicklung gerade in kleinen Teams gut anwenden lässt. Kurze Wege und flache Hierarchien sind von Vorteil. Der permanente Austausch lässt neue Ideen entstehen und alle Beteiligten entwickeln ein Verständnis für die Arbeit der anderen. So können Entwicklungsprozesse, Produktmanagement und Marketingmaßnahmen besser verknüpft werden. Überschaubare Arbeitseinheiten und ein große Selbstverantwortung motivieren die Mitarbeiter. Konflikte und Missverständnisse, sowohl im Team als auch mit den Kunden können schneller gelöst werden. Scrum steht für eine enge Verzahnung mit dem Kunden und bewahrt einen davor monatelang fleißig an seinen Wünschen vorbeizuprogrammieren.