Archiv für Mai, 2009

Damenwäsche und Parfum

Samstag, Mai 9th, 2009

Unternehmer sollten sich gegenseitig unterstützen.

Ich hatte schon lange vor, die Idee des Mikrokredits auszuprobieren. Der Anlass dazu war dieser Beitrag im Blog von Kolja Hebenstreit. Nun kann er einen Weiteren zählen, den er für kiva begeistern konnte! Hier ist meine Lender Page.

Warum genau diese Kreditanfrage?

Die Begründung für den Kreditbedarf ist plausibel. Die Abbildung der ganzen Gruppe, die bei Bedarf für die Rückzahlung aufkommt, ist vertrauenserweckend. Zahlreiche andere Anfragen fand ich wenig überzeugend – auch wenn ich aus meinen Reisen in arme Länder weiss, dass die schriftliche logische Begründung dort nicht zu den überlebensnotwendigen Fähigkeiten zählt und mein Kreditausfallrisiko sicherlich nicht durch eine schöne Beschreibung wirklich reduziert wird.

Trotzdem ist auch dieser Gedanke ganz lehrreich: Ich muss nicht investieren und der Wurm (Kreditanfrage) muss dem Fisch (mir) schmecken und nicht dem Angler (Marry Nuya’s Group).

Das ist auch bei Kreditanfragen in unserer ungleich komplexeren Welt so.

Wer sich also in die Lage eines Kreditgebers versetzen möchte, der spende am besten über kiva. Und beobachte sich selbst: Was verstehe ich vom Geschäft des Kreditnehmers? Vertraue ich ihm? Wird er zurückzahlen können?

Übrigens habe ich auf der gesamten kiva-Website keine Angabe zu Zinsen gefunden – vermutlich habe ich also ein zinsloses Darlehen gegeben.

Rezessionen sind Gründerzeiten

Dienstag, Mai 5th, 2009

Rezessionen sind wie Slow Motion.

Entscheidungen verzögern sich. Auftraggeber warten ab.

Menschen sind froh, ihren Job zu behalten. Ihre Gehaltserwartungen steigen nicht – und wenn sie auf den Arbeitsmarkt gehen müssen, sinken die Gehaltserwartungen sogar.

Man konzentriert sich auf das Wesentliche: Ist mein Produkt wirklich nützlich? Wer ist meine Zielgruppe? Wie kann ich den Interessenten noch intensiver bearbeiten, um ihn zum Kunden zu konvertieren?

Gründungen benötigen Zeit.

Eine Geschäftsidee muss 9 Monate reifen und durchläuft verschiedene -meist erhebliche- Veränderungen. Das Team muss zusammen finden. Von der anfänglichen Euphorie bis zur ersten richtigen Krise – und durch sie hindurch. Kontaktnetzwerke müssen aufgebaut werden. Der Prototyp muss programmiert werden.

Rezessionen und Gründung passen also zusammen.

Fehler kann man immer machen. In Boomzeiten sind die Auswirkungen der Fehler größer – also auch hier: Vorteil für rezessive Zeiten, da Fehler immer passieren und es einfach besser ist, wenn die Auswirkungen nicht so groß sind, dass niemand sie wieder einfangen kann.

Dieses Einfangen ist einfacher, wenn keine Investoren im Boot sind. Die Komplexität ist geringer, die Freiheitsgrade für die Lösung sind größer.

Wer es also schafft, in der Rezession ohne Investoren zu gründen, hat gute Voraussetzungen, auch in den Boomzeiten erfolgreich zu sein. Anders herum gilt das sicher nicht.

Und die Boomzeiten kommen bestimmt wieder!