Archiv für September, 2008

Businesspläne sind nötig

Samstag, September 27th, 2008

Sie wollen sein Geld.

Das Geld des Investors. Deshalb benötigen Sie einen Businessplan.

Er ist die Sprache des Investors, der Ihre Idee inhaltlich nicht wirklich versteht.

Ob das immer so ist, zwischen Investoren unterschiedlich ist, so sein sollte oder nicht, ist völlig belanglos. Wenn Sie Glück haben, werden Sie nach mehreren Monaten oder vielleicht Jahren bei dem oder den Investoren, die sich für ein Investment bei Ihnen entschieden haben, verstehen, wieviel er von Ihrer Idee verstand als er sich engagierte. Vergessen Sie diese Frage, sie führt nicht weiter.

Der Businessplan hilft dem Investor, mit Ihnen über die Unzulänglichkeiten Ihrer Idee zu sprechen. Das ist sein gutes Recht, denn es ist ja auch sein Geld.

Und er ist eine Chance für Sie. Doch dazu später.

Das Bild der „Sprache des Investors“ finde ich passend, da Sie (wie in einer ausländischen Sprache auch) etwas ausdrücken wollen und es möglicherweise anders als beabsichtigt beim Empfänger ankommt. Sie verwenden Wörter, die erschrecken. Oder Interesse wecken. Und merken es nicht immer sofort.

Doch Sprache kann man üben. Die Reihenfolge, in der die Inhalte eines Businessplans beim Investor mündlich präsentiert werden, ist keineswegs beliebig. Wie immer gibt es Variationen, aber Break Even – maximaler Investitionsbedarf – Eigenkapitalquote – Finanzierungsmix – Umsatzplanung im Jahr 1 – Anzahl Kunden im ersten Jahr sind ein guter Start. Für die schriftlichen Fassung gibt es meterweise Ratgeber. Das Handbuch des Businessplan-Wettbewerbs Berlin-Brandenburg ist empfehlenswert.

Vor allem darf man aber nicht verschiedene Sprachen mischen. Das ist genauso silly, wie dieser sentence. Bleiben Sie in der Sprache des Investors und fallen Sie nicht versehentlich aus der Grammatik. „Ich Dich Messer“ ist zu modern, niveaulos, anders oder sonstwie unpassend.

Businesspläne sind doof

Donnerstag, September 25th, 2008

Niemand hat Lust, einen Businessplan zu schreiben.

Das ist kein Wunder: Ein Businessplan schreibt sich nicht an einem Stück mal eben ‚runter. Nach jeder Unterbrechnung muss man wieder reinkommen. Die ersten, genialen Gedanken fließen leichter als das notwendige Drumherum und der Kleinkram.

Das erste Mal ist immer am schwersten – man weiß es vorher, es bewahrheitet sich regelmässig und der Businessplan ist hier keine Ausnahme, da er durchaus handwerkliche Fähigkeiten verlangt, die man noch nirgendwo erlernen musste.

Und schließlich verlangt er Mut und Ehrlichkeit, die eigenen Ideen so klar auszudrücken, dass man ihre Unzulänglichkeiten erkennen kann. Dieser Punkt ist der eigentliche Killer und die wirkliche Hürde, denn die meisten Unternehmer verfügen durchaus über Disziplin und Fleiß, um die ersten beiden Hürden zu überwinden.

Genau aus diesem Grund schätzen Investoren den Businessplan: Ist er unklar gedacht (und dann meist auch unklar geschrieben), kann er zeitsparend sofort abgelehnt werden. Ist er klar, kann man sich mit der Idee und den Menschen auseinandersetzen – und mit ihnen über die Unzulänglichkeiten sprechen. Doch dazu später.

Wie kann man Mut und Ehrlichkeit trainieren? Präsentieren Sie Ihre Idee. Immer wieder. Vor verschiedenen Zuhörern. Je öfter, desto besser.

Sie werden feststellen, dass Ihre Idee dadurch reift und fokussierter wird. Sie lernen, all die Details wegzulassen, die nur Ihnen wichtig sind. Techniker lernen, die zahlreichen drei- und vierbuchstabigen Abkürzungen zu ersetzen. Nur wodurch?

Durch Nutzen! Puren, einfachen Kundennutzen.

Wenn Sie den Punkt erreicht haben, dass Ihre Idee in 1-2 Sätzen ausgesprochen ein sofortiges Nicken mit laut ausgesprochenem „JA“ beim Zuhörer verursacht, dann haben Sie den Punkt erreicht, an dem Sie beginnen können, einen Businessplan zu schreiben.

Jobangebote

Freitag, September 5th, 2008

Aktuelle, detaillierte Jobangebote findet Ihr auf den entsprechenden Seiten der Unternehmen im Kombinat:

cockpit4 GmbH

Inbox Analytics GbR

navando GmbH

Das hat zwei Vorteile: Ich muss mich nicht um die Anzeigen kümmern und der Zusammenhang einer Stellenausschreibung mit den Themen des Unternehmens kann besser dargestellt werden.

Das Kombinat selbst hat keine Jobangebote. Aber dafür eine gute Übersicht, was so alles benötigt wird.

Also sendet Eure Bewerbungen bitte entweder direkt an die Unternehmen oder an bewerbung05@capital-gain.de
(Hinweis: Bitte die 05 durch 08 ersetzen.)

Ich werde sie spätestens in der wöchentlichen Kombinatsversammlung zur Sprache bringen.

Sind Initiativbewerbungen gewünscht? Jaaaa, sehr sogar.

Bitte auch Links auf Projekte angeben, die Ihr realisiert habt.

Werktätige gesucht

Freitag, September 5th, 2008

Wir suchen Menschen, die durch eigene Erwerbsarbeit ihren Lebensunterhalt verdienen.

Will heißen: Im Kombinat gibt’s Jobs und Bezahlung.

Aber natürlich auch Praktika und Stellen, um eine Abschlussarbeit in der Praxis zu erstellen.

Werktätige sind aktiv im produktiven, künstlerischen, sozialen oder z.B. politischen Prozess eingebunden. Die ersten drei Prozesse finden im Kombinat definitiv statt. Das ist schon jetzt erkennbar und liegt daran, dass zwei der drei Teams vor dem Einzug in die Karl-Marx-Strasse gemeinsam in einem Büro gearbeitet haben. Politische Prozesse finden -Gott sei Dank- nicht statt. Ich denke, dass die Wachstumsgrenze einer Organisation erreicht ist, wenn diese Prozesse einsetzen. Dieses Kombinat ist eine politikfreie Zone. Dafür werde ich mich einsetzen.

Übrigens: In einem Lexikon der DDR aus dem Jahre 1957 werden Werktätige kurz und bündig definiert als: „alle Berufstätigen, die nicht ausbeuten – Gegensatz zu Ausbeuter“. Im Kombinat gibt es Chancen, Perspektiven, Anregungen, Ideen, konstruktive Kritik und ca. 118 weitere Nützlichkeiten, von denen hier im Blog die Rede sein wird.

Wir suchen also Leute, die etwas mitbringen. Wie zum Beispiel Chancen, Perspektiven, Anregungen, Ideen, konstruktive Kritik und ca. 118 weitere Nützlichkeiten. Daraus machen wir dann mit einer streng geheimen Erfolgsformel neue Unternehmen.

Mitmachen ist also angesagt.

Werktätige standen ursprünglich „im Gegensatz zu ausreichend Besitz oder Kapital Habenden, die ihren Lebensunterhalt ohne darauf ausgerichtete Tätigkeit bestreiten.“ Hmm. Hier weicht das Kombinat Softwareentwicklung Wildau von seinen Ahnen ab: Die Werktätigen sollen möglichst schnell zu ausreichend Besitz oder Kapital Habenden werden. Und dann wieder neue Werktätige unterstützen.

Also Wachstum innerhalb einer Organisation, die dann durch Zellteilung neue Unternehmen hervorbringt. Wenn doch die Begriffe Synergie und Inkubator nicht schon so schrecklich ausgelatscht wären…